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Innenfilter für mittlere Becken

Tetra IN 800 plus im Test

Der Aquarien-Innenfilter Tetra IN 800 plus zählt zu den größten Modellen der IN-Reihe. Er eignet sich für Becken bis 150 Litern Volumen und wälzt 800 Liter Wasser pro Stunde um. Stärken und Schwächen haben wir in der Praxis getestet.

19.06.2026 14:13 Uhr 8 Min.
Aquarium mit orangenen Platys

Auf einen Blick

77%

Unser Urteil

Am besten für: Anfänger, Fortgeschrittene
Detaillierte Auswertung
Filterleistung & biologische Kapazität
6/10
Handhabung, Wartung & Reinigung
8/10
Laufruhe & Vibrationsarmut
7/10
Sicherheit (für Bewohner) & Konstruktion
6/10
Energieeffizienz & Betriebskosten
4/10
Pro
  • Einfache Reinigung
  • Günstiger Preis
  • Leiser Betrieb
  • Kompakte Bauweise
Contra
  • Schwache biologische Filterung

Der Tetra IN 800 Plus ist der „große Bruder“ der kleineren IN-Modelle und füllt die Lücke an der Grenze, an der viele Aquarianer bereits über die Anschaffung eines Außenfilters nachdenken. Konzipiert für mittlere Aquarien von 80 bis 150 Liter Volumen, verspricht Tetra hier rohe Leistung, kombiniert mit dem gewohnten Komfort des Kassetten-Reinigungssystems.

In diesem sehr ausführlichen Testbericht durchleuchten wir die Stärken und Schwächen des 800er-Modells anhand unseres standardisierten Testverfahrens.

Wer ein Aquarium jenseits der 100 Liter betreibt, steht oft vor der Systemfrage: Innen- oder Außenfilter? Außenfilter bieten viel Volumen, bergen aber immer das Risiko von Wasserschäden außerhalb des Beckens. Innenfilter sind sicher vor Leckagen, nehmen dafür aber Platz im Becken weg. Der Tetra IN 800 Plus positioniert sich exakt in dieser Nische für Becken bis 150 Liter. Er soll die Leistungsstärke eines großen Filters mit den Sicherheits- und Wartungsvorteilen eines Innenfilters kombinieren. 

Tetra IN 800 plus
4,2(9000 Wertungen)
  • Zweiteilige Filterkammern
  • Gerät bleibt bei Reinigung im Aquarium
  • Einfache Filtermedium-Entnahmevorrichtung
  • Stufenlose Regelung der Durchflussgeschwindigkeit
nur 34,99 EUR

Filterleistung & biologische Kapazität

Die Performance eines Aquarienfilters teilt sich immer in zwei grundlegend verschiedene Disziplinen: die mechanische Grobreinigung und die unsichtbare, biologische Schadstoffkonvertierung. Beim IN 800 Plus driften diese beiden Bereiche am weitesten auseinander.

Die mechanische Komponente (Die "Urgewalt")

Mit einer maximalen Pumpenleistung von 800 Litern pro Stunde besitzt das Gerät eine enorme hydraulische Kraft. Tetra setzt hier auf ein duales Ansaugsystem. Das bedeutet, dass das Wasser nicht nur von unten, sondern über die gesamte Länge des verlängerten Filtergehäuses durch großzügige Seitenschlitze eingezogen wird. Dadurch entsteht eine großflächige Strömungswalze im Aquarium. Schwebeteilche, Pflanzenreste und Fischausscheidungen werden extrem schnell erfasst. Selbst nach dem Gärtnern oder dem Aufwühlen des Bodengrunds zieht der Filter das Becken innerhalb von 30 bis 60 Minuten glasklar. Über den mechanischen Schieber am Kopf lässt sich diese Leistung stufenlos drosseln, was auch nötig ist, da 800 l/h in einem 80-Liter-Becken ohne Regulierung einen regelrechten "Whirlpool-Effekt" erzeugen würden.

Die biologische Komponente (Der Flaschenhals)

Tetra empfiehlt diesen Filter für Becken bis 150 Liter. In dieser Aquariengröße hält man typischerweise größere Fische (z. B. Skalare, größere Barben oder Barsche), die einen entsprechend hohen Stoffwechsel haben und viel Ammonium und Harnstoff ausscheiden. Hier stößt der IN 800 Plus an seine physikalischen Grenzen. Die Filtermedien bestehen ausschließlich aus zwei Schaumstoffpatronen. Schaumstoff ist zwar ein exzellenter mechanischer Filter, bietet aber im Vergleich zu hochporösen Sinterglas-Medien (wie Keramikringen oder Substratbällen) pro Quadratzentimeter deutlich weniger effektive Besiedlungsfläche für die wichtigen Nitrifizierer (Nitrosomonas und Nitrobacter). Da der Filter kein separates Freifach für biologische Hochleistungsmedien besitzt, ist die biologische Pufferkapazität des Filters bei maximaler Beckengröße und vollem Fischbesatz recht knapp bemessen.

Handhabung, Wartung & Reinigung

In dieser Kategorie zeigt sich die jahrelange Erfahrung von Tetra in der Produktentwicklung. Die Wartung bricht mit dem klassischen, oft frustrierenden Prozedere älterer Innenfilter-Generationen.

Das Kassetten-Prinzip gegen den "Dreck-Meltdown"

Bei herkömmlichen Innenfiltern muss man meist das komplette Gerät von der Scheibe reißen. Sobald das Vakuum der Saugnäpfe nachgibt und man den Filter nach oben zieht, sorgt die Schwerkraft dafür, dass eine dicke Wolke aus konzentriertem Mulm unten aus dem Filtergehäuse zurück ins frisch gepflegte Aquarium schwappt. Beim IN 800 Plus bleibt die Basisstation (Motorkopf, Rückwand und das Stromkabel) fest an der Scheibe fixiert. Man greift lediglich das separate Filtergehäuse (die Kassette) und zieht es nach vorne/oben ab. Da diese Kassette unten vollkommen geschlossen ist, bleibt das Schmutzwasser wie in einem Becher gefangen und lässt sich unfallfrei zum Waschbecken transportieren.

Das geteilte Mediensystem

In der Kassette sitzen zwei voneinander getrennte Filterschwämme. Das ist biologisch ein enormer Sicherheitsvorteil. Drückt man beide Schwämme gleichzeitig unter fließendem Wasser aus, zerstört man einen Großteil der nützlichen Bakterien, was zu gefährlichen Nitritpeaks führen kann. Beim IN 800 Plus reinigt man im rituellen Wechsel: In Woche A wird nur der untere Schwamm grob gereinigt, während der obere unberührt bleibt. Zwei Wochen später ist der obere dran. Die Reinigung selbst ist in weniger als zwei Minuten erledigt, da die Schwämme einfach von ihren Führungsstiften gezogen werden können.

Die mechanische Tücke beim 800er-Modell

Aufgrund der enormen Pumpenleistung und der Gehäusegröße sitzt die Filterkassette beim IN 800 Plus spürbar strammer auf der Motoreinheit als bei den kleineren Modellen (IN 400/600). Im Laufe der Zeit, wenn sich feiner Kalk oder Biofilm in den Führungsnuten absetzt, erfordert das Abziehen der Kassette unter Wasser etwas Kraft. Wenn man hier nicht mit der zweiten Hand die Basisstation kontert, reißt man die gesamte Konstruktion samt Saugnäpfen von der Scheibe, was den Handhabungskomfort im Vergleich zu den kleineren Brüdern minimal schmälert.

Laufruhe & Vibrationsarmut

Aquarien stehen häufig in Wohn-, Arbeits- oder sogar Schlafzimmern. Die akustische Präsenz eines Filters ist daher oft ein kaufentscheidendes Kriterium.

Der Motor- und Impellerbetrieb

Der IN 800 Plus ist mit einer kräftigen Magnetkreiselpumpe ausgestattet. Tetra verwendet hier eine gut austarierte Keramik- bzw. Edelstahlachse, auf der der Impeller (das Flügelrad) läuft. Im reinen Filterbetrieb (ohne Luftzufuhr) ist das Gerät erstaunlich leise. Die Schwingungen des Motors werden durch das relativ hohe Eigengewicht des wassergefüllten Großgehäuses und die vier weichen, großdimensionierten Haftsauger effektiv absorbiert. Es gibt kaum spürbare Vibrationsübertragungen auf die Aquarienscheibe, die das Glas als Resonanzkörper zum Summen bringen könnten. Wer den Filter sauber im Becken platziert, hört im Abstand von einem Meter nur ein extrem leises, sonores Summen.

Das akustische Desaster

Das Venturi-System: Der Filter verfügt über einen integrierten Luftdiffusor (Venturi-Düse). Über ein kleines Einstellrad außerhalb des Wassers kann Luft angesaugt werden, die dann im Ausströmer direkt mit dem Wasserstrahl vermischt wird, um den Sauerstoffgehalt im Becken zu erhöhen. Während dieses System bei kleinen Filtern ein sanftes Zischen erzeugt, mutiert der IN 800 Plus hier zum "Schluckspecht". Weil die Pumpe 800 Liter pro Stunde durch die Düse presst, entsteht ein massiver Unterdruck. Die angesaugte Luft wird so rasant ins Wasser gerissen, dass ein unüberhörbares, unregelmäßiges Gurgeln und Schlurfen entsteht. Im Schlafzimmer ist dieser Modus absolut unbrauchbar. Abhilfe: Das Luftventil komplett zudrehen und den drehbaren Ausströmerkopf (der sich um 180° schwenken lässt) so knapp unter der Wasseroberfläche positionieren, dass eine starke Oberflächenbewegung entsteht. Das reichert das Wasser absolut lautlos mit Sauerstoff an.

Sicherheit (für Bewohner) & Konstruktion

Die mechanische Sicherheit bezieht sich sowohl auf die Haltbarkeit des Materials als auch auf das Überleben der Aquarienbewohner.

Konstruktion und Materialgüte

Das Gehäuse besteht aus einem schlagfesten, dunkelgrau-transparenten Kunststoff, der auch nach Jahren unter UV-Licht im Aquarium nicht spröde wird. Die Klickmechanismen, um die Filterkassetten zu öffnen, sind massiv dimensioniert und leiern nicht aus. Der Filterkopf beherbergt zudem das Regelrad für die Strömungsstärke, welches haptisch knackig einrastet. Das Design ist funktional, durch die Keilform lässt sich der Filter unauffällig in einer der hinteren Ecken des Aquariums verstecken.

Die "Garnelen-Falle" (Tiersicherheit)

Hier müssen wir den Filter kritisch betrachten. Um die immense Wassermenge von 800 l/h widerstandsarm einzusaugen, sind die Ansaugschlitze an den Flanken und an der Unterseite des Gehäuses relativ breit (ca. 2–3 mm). Für ausgewachsene Fische ab Neongröße besteht keinerlei Gefahr, da die Ansaugkraft pro Quadratzentimeter durch die Verteilung auf das große Gehäuse gering ist. Für die Haltung von Zwerggarnelen (z.B. Red Fire) oder die Aufzucht von Fischlarven ist der Filter im Werkszustand jedoch eine Todesfalle. Garnelenbabys krabbeln aktiv auf der Suche nach Nahrung in die Schlitze hinein oder werden hineingezogen. Sie landen dann im strömungsintensiven Bereich direkt vor oder auf dem Filterschwamm. Zwar werden sie nicht gehäckselt (da der Impeller abgeschirmt im Kopf sitzt), sie kommen aber ohne menschliche Hilfe nicht mehr frei. Wer den Filter in einem solchen Becken nutzen will, muss ihn zwingend modifizieren (z. B. durch das Überziehen eines feinen Nylonstrumpfes über den Ansaugbereich).

Energieeffizienz & Betriebskosten

Im Zeitalter von steigenden Energiepreisen und dem Fokus auf Nachhaltigkeit ist die Leistungsaufnahme eines Geräts, das 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr läuft, ein gewichtiger Faktor.

Der Stromverbrauch (Ein Relikt vergangener Tage)

Der Tetra IN 800 Plus ist technisch gesehen ein bewährter, aber eben auch älterer "Klassiker". Seine Leistungsaufnahme liegt laut Datenblatt bei 12 Watt. Wenn wir das hochrechnen, verbraucht der Filter im Dauerbetrieb pro Jahr ca. 105 Kilowattstunden (kWh). Bei einem durchschnittlichen Strompreis von beispielsweise 35 Cent pro kWh verursacht dieser Filter jährliche reine Stromkosten von rund 36,75 €.

Der Marktvergleich

Betrachtet man moderne Innenfilterkonstruktionen oder kompakte Außenfilter der heutigen Generation, wird deutlich, dass 12 Watt für eine Förderleistung von 800 l/h nicht mehr zeitgemäß sind. Hocheffiziente elektronische Motoren oder optimierte Eco-Pumpen auf dem Markt bewegen dieselbe Wassermenge heute oft schon mit 6 bis 8 Watt. Der Tetra verbraucht also rund 30 bis 50 % mehr Energie als moderne High-End-Konkurrenten.

Der Gegenwert (Verschleißteile & Anschaffung)

Diesen energetischen Nachteil fängt Tetra teilweise über die Betriebskosten bei den Ersatzteilen wieder auf. Da die IN-Serie weltweit millionenfach verbreitet ist, sind die Preise für Verschleißteile extrem niedrig. Ein Satz neuer Filterschwämme (Tetra BF 800/1000) kostet nur wenige Euro und ist in praktisch jedem Zoogeschäft oder Baumarkt sofort verfügbar. Auch Ersatz-Magnetrotoren (Impeller) oder neue Saugnäpfe sind problemlos erhältlich. Während man bei exotischeren Filtern oft lange Lieferzeiten oder hohe Versandkosten für Kleinteile hat, punktet der Tetra hier mit maximaler Verbraucherfreundlichkeit.

Kaufempfehlung: Ja oder Nein?

JA für: Aquarianer mit klassischen Gesellschaftsbecken (z. B. mit Neons, Guppys, Platys oder kleineren Barben) zwischen 80 und 120 Litern, die einen robusten, unkomplizierten Filter suchen und das Risiko von Außenfiltern (Schläuche außerhalb des Beckens) konsequent meiden wollen. Wer den Filter im Wohnzimmer betreibt und die Sauerstoffzufuhr rein über die Wasseroberfläche regelt, wird hier sehr glücklich.

NEIN für: Besitzer von dicht besetzten 150-Liter-Becken (hier ist ein Außenfilter biologisch Pflicht), Halter von empfindlichen Zwerggarnelen oder Züchter von Fischlarven. Auch wer ein flüsterleises Filtersystem für das Schlafzimmer sucht oder strikt auf die jährliche Stromrechnung schaut, sollte zu moderneren Eco-Modellen greifen.

Fazit

Der Tetra IN 800 plus hat einige Stärken aufzuweisen. Die Wasserumwälzung ist sehr gut, auch dass man die Durchflussmenge und die Richtung der Wasserauslaufs einstellen kann, hinterlässt einen sehr guten Eindruck. Was uns im Test gefallen hat, war die einfache Reinigung bzw. Entnahme des Filterbehälters zur Reinigung. Der Innenfilter ist insgesamt sehr leise und verbraucht nur wenig Strom, er kann auch in Aquarien in Wohn- oder Schlafräumen eingesetzt werden.

Die Schwachstelle des Filters ist das vergleichsweise geringe Volumen für die Filtermaterialien gegenüber einem Außenfilter. Wir empfehlen aus dem Grund einen häufigeren Wasserwechsel, der die biologische Filterung durch Frischwasser unterstützt.

Der Tetra IN 800 Plus ist ein langlebiger, treuer Klassiker. Er ist nicht der modernste oder sparsamste Filter auf dem Markt, aber wenn es darum geht, ein Aquarium unkompliziert sauber zu halten, ohne beim Filterreinigen das halbe Wohnzimmer unter Wasser zu setzen, gehört er nach wie vor zu den komfortabelsten Geräten seiner Klasse.

Bewertung

Filterleistung & Strömung
gut (2,0)
Mechanische Reinigung
Biologisches Manövriervolumen
Strömungs- & Sauerstoffoptionen
Standzeit (Wartungsintervall)
Handhabung & Reinigung
gut (1,7)
Entnahme-Komfort (Schmutzrückfluss)
Reinigung der Medien
Befestigungssystem
Lautstärke & Laufruhe
befriedigend (2,7)
Betriebsgeräusch (Pumpe)
Vibrationsübertragung
Luftbetrieb (Resonanz)
Konstruktion & Sicherheit
gut (2,3)
Garnelen- & Jungfischsicherheit
Verarbeitungsqualität
Optik & Kompaktheit
Energie & Verschleißteile
gut (2,5)
Realer Stromverbrauch
Verfügbarkeit von Verschleißteilen
Lieferumfang
sehr gut (1,5)
Startbereitschaft (Medien)
Zubehör (Aufsätze/Düsen)
Bewertung
gut (2,1)
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