Kompakter 18-Volt-Bohrschrauber
Makita DDF485 im Test
Der Makita DDF485 verzichtet auf unnötigen Ballast. Bei diesem Akku-Bohrschrauber hat Maktia das Gehäuse auf eine Länge von 169 Millimetern geschrumpft und einen bürstenlosen Motor verbaut. Der 18-Volt-Schrauber soll die Lücke zwischen extrem kompakten Minischraubern und schweren Kraftpaketen schließen. Ob er im Arbeitsalltag auf Baustelle und Werkstatt genügend Kraft entwickelt oder ob ihm bei anspruchsvollen Projekten vorzeitig die Puste ausgeht, zeigt dieser Test.
Inhalt
Auf einen Blick
Unser Urteil
Detaillierte Auswertung
- Drehmoment & Drehmomentstufen
- Bohrleistung
- Akku-Plattform & Motorentechnologie
- Getriebe & Bohrfutter
- Ergonomie, Gewicht & Zusatzfeatures
- Effizienter, bürstenloser Motor
- Kompakte Bauform
- Robustes Planetengetriebe
- 21 Drehmoment-Stufen
- Präzise Einstellungen
- Wenig Zubehör
- Drehmoment stößt bei sehr großen Holzschrauben an Leistungsgrenze
Der Makita DDF485Z kennzeichnet die Solo-Version der Maschine, die ohne Akku, Ladegerät und Transportkoffer geliefert wird. Das Gerät gliedert sich in das LXT-Akkusystem von Makita ein, sodass auch bereits vorhandene 18-Volt-Akkus des Herstellers verwendet werden können. Im Fokus der Konstruktion stehen die Reduzierung der Gehäuseabmessungen und die Steigerung der Energieeffizienz durch den bürstenlosen Antrieb. Der Schrauber besetzt leistungsmäßig die gehobene Einstiegsklasse im professionellen Segment und grenzt sich von den schwereren Modellen mit höherem Drehmoment ab. Die mechanische Konstruktion basiert auf einem Zwei-Gang-Vollmetallgetriebe und einer elektronischen Drehzahlsteuerung über den Hauptschalter. Wir haben getestet, ob die Anpassungen einen Kauf rechtfertigen.
- Bürstenloser Motor für verschleißfreien Betrieb
- Kurze Gehäusebauform für Arbeiten in engen Bauräumen
- 21 Drehmoment-Stufen mit separat schaltbarer Bohrstufe
Drehmoment & Drehmomentstufen
Der Makita DDF485Z entwickelt im harten Schraubfall ein maximales Drehmoment von 50 Nm. Dieser Wert wird bei direkten Verschraubungen in Metall oder harten Werkstoffen erreicht. Im weichen Schraubfall, der typischerweise bei Verschraubungen in Holz der Fall ist, beträgt das maximale Drehmoment 27 Nm. Das statische Blockierdrehmoment ist mit 60 Nm angegeben. Für ein gerät diese Klasse sind das sehr gute Werte.
Die Regulierung des Drehmoments erfolgt über den mechanischen Stellring, der eine feinstufige Anpassung in 21 Stufen erlaubt. Das Drehmoment dient dazu in der niedrigsten Stufe sehr früh auszukoppeln und so Beschädigungen an empfindlichen Werkstücken oder kleinen Schrauben zu verhindern. Für das Bohren gibt es eine separate Stufe auf dem Stellring, welche die volle Kraft des Motors permanent an die Spindel überträgt.
Bohrleistung
Da der Schrauber kein Schlagwerk besitzt ist er auf Bohr- und Schraubarbeiten limitiert. Bei praktischen Bohrversuchen in Holz erzielt die Makita DDF485 mit Standard-Holzspiralbohrern Durchmesser von bis zu 38 mm. Beim Einsatz von Forstnerbohrern für Topfbänder im ersten Gang hält die Elektronik die Drehzahl stabil, sofern der Spanabfuhrprozess nicht blockiert.
In Stahl liegt die maximale Bohrleistung bei 13 mm. Saubere Bohrungen in Blechen und Profilen gelingen im zweiten Gang ohne spürbaren Drehzahleinbruch. Für Arbeiten in mineralischen Werkstoffen wie Mauerwerk oder Beton ist der Schrauber mangels axialer Schlagenergie ungeeignet.
Akku-Plattform & Motorentechnologie
Der Energieantrieb erfolgt über die 18V LXT-Lithium-Ionen-Akkus des Herstellers. Die Maschine akzeptiert alle Kapazitätsgrößen von 1,5 Ah bis 6,0 Ah. Im Inneren arbeitet ein bürstenloser Gleichstrommotor. Der Verzicht auf Kohlebürsten eliminiert den mechanischen Abrieb und reduziert die Wärmeentwicklung im Gehäuse bei anhaltender Belastung.
Die integrierte Steuerelektronik überwacht den Stromfluss, die Motortemperatur und den Entladezustand des Akkus. Bei drohender Überlastung oder Tiefentladung unterbricht das System den Stromkreis sofort. Im Dauereinsatz schützt diese Abschaltautomatik die Komponenten vor thermischen Schäden, führt bei extremen Blockaden jedoch zu unvermittelten Arbeitsunterbrechungen.
Getriebe & Bohrfutter
Die Kraftübertragung übernimmt ein 2-Gang-Planetengetriebe, dessen Zahnräder vollständig aus Metall gefertigt sind. Der erste Gang ist mechanisch auf hohe Drehmomente übersetzt und deckt den Bereich von 0 bis 500 min⁻¹ ab. Der zweite Gang ist mit 0 bis 1.900 min⁻¹ für schnelle Bohrvorgänge ausgelegt. Die Drehzahlregulierung erfolgt stufenlos und feinfühlig über den Schalterdrücker.
Das einhülsige Schnellspannbohrfutter besitzt einen Spannbereich von 1,5 bis 13 mm. Der Außenmantel besteht aus Kunststoff, während die inneren Spannbacken aus gehärtetem Stahl gefertigt sind. Die automatische Spindelarretierung blockiert die Welle im Stillstand, sodass Werkzeuge mit einer Hand festgezogen werden können. Im Betrieb läuft das Bohrfutter rund; ein systematisches Lösen der Werkzeuge bei Linkslauf tritt nicht auf.
Ergonomie, Gewicht & Zusatzfeatures
Mit einer Gehäuselänge von 169 mm ist der Makita DDF485Z relativ kurz. Die Gewichtsverteilung ist ausgewogen. Das Gewicht beträgt ohne Akku 1,1 kg. Mit einem standardmäßigen 5,0-Ah-Akku steigt das Einsatzgewicht auf 1,7 kg, was bei Überkopfarbeiten spürbar wird. Der Handgriff ist mit einer profilierten Gummierung versehen, die einen sicheren Halt gewährleistet.
Das Gehäuse ist nach dem XPT-Standard konstruiert. Interne Dichtungslippen und Kanäle leiten Staub sowie Spritzwasser von den elektronischen Bauteilen weg. Eine Doppel-LED leuchtet den Arbeitsbereich vor dem Bohrfutter aus. Sie schaltet sich beim leichten Antippen des Drückers ein und erlischt verzögert. Ein Gürtelclip aus Metall lässt sich wahlweise links oder rechts am Gehäusefuß montieren. Das Gerät wird in der Version DDF485Z ohne Akku, Ladegerät und Transportkoffer geliefert.
Fazit
Der Makita DDF485Z überzeugt als kompakter und solider Akku-Bohrschrauber der 18V-Mittelklasse. Dank seines bürstenlosen Motors arbeitet er effizient und verschleißarm, während das kurze Gehäusedesign das Handling an engen Stellen spürbar erleichtert. Für klassisches Bohren und Schrauben in Holz, Metall und Kunststoff ist der DDF485 sehr gut aufgestellt. Wenn ihr bereits andere Geräte mit den 18V LXT-Akkus von Makita nutzt, bekommt ihr ein zuverlässiges und langlebiges Werkzeug für alltägliche Bau- und Montageaufgaben zu einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis.
Für wen ist der Makita DDF485Z die richtige Wahl?
- Innenausbauer & Möbelmonteur: Dank der kurzen Bauform ist das Gerät perfekt für Arbeiten in engen Küchenschränken, Nischen oder Überkopf-Montagen geeignet.
- Trockenbauer & Installateure: Für das schnelle, serielle Verschrauben in Gipskarton oder Profilen bietet der DDF485 genau die richtige Balance aus Gewicht und Ausdauer.
- Makita-System-Nutzer: Als "Z-Version" (ohne Akku und Ladegerät) ist es die perfekte und günstige Erweiterung für alle, die ohnehin schon LXT-Akkus von Makita in der Werkstatt haben.
Wann ist er nicht die richtige Wahl?
Wenn du Schlagbohren im Mauerwerk planst (dafür fehlt dem DDF485 das Schlagwerk) oder im schweren Holzbau meterweise dicke Zimmermannsschrauben versenken musst. Für solche Extrembelastungen solltest du eher in der 115-Nm-Klasse (wie dem DDF486) suchen.