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Von der endlosen Steppe bis zur kargen Wüste Gobi

Beste Reisezeit und Klima für die Mongolei

Die majestätischen, singenden Sanddünen der Wüste Gobi, das unendliche, grüne Grasmeer der zentralasiatischen Steppe und die herzliche Gastfreundschaft der Nomaden in ihren weißen Gers (Jurten) machen die Mongolei zu einem der letzten echten Abenteuerländer der Erde. Da das extrem kontinentale Klima für legendär eisige, windige Winter und kurze, heiße Sommer sorgt, zeigt dir unser kompakter Wetter-Check sofort das perfekte, milde Zeitfenster für deine Expedition in die unendliche Weite.

17.06.2026 13:37 Uhr 8 Min.
Sonnenuntergang in der Mongolei

Planst du eine Reise in eines der unberührtesten und am dünnsten besiedelten Länder unserer Erde? Die Mongolei zieht Abenteurer mit einer endlosen, rauen Weite in ihren Bann: von den weiten, grünen Steppen und dichten Lärchenwäldern des Orchon-Tals, über die majestätischen, schneebedeckten Gipfel des Altai-Gebirges im Westen bis hin zu den gewaltigen Sanddünen der legendären Wüste Gobi im Süden. Weil die Mongolei tief im eurasischen Kontinent liegt und von riesigen Gebirgsketten umschlossen wird, herrscht hier ein extrem ausgeprägtes, extremes Kontinentalklima. In diesem Ratgeber erfährst du alles über die beste Reisezeit für die Mongolei, das Klima und wie du dein Nomaden-Abenteuer perfekt planst.

Auf einen Blick: Die universell beste Reisezeit für die Mongolei liegt in den kurzen Sommermonaten von Mitte Juni bis August. In diesem kurzen Fenster profitierst du von angenehm warmen Tagen, der höchsten Wahrscheinlichkeit für geöffnete Jurtencamps und dem weltberühmten Naadam-Fest.

Klima

Die Mongolei ist bekannt als das „Land des blauen Himmels“, da die Sonne hier an über 250 Tagen im Jahr scheint. Doch der Schein trügt: Das Klima ist erbarmungslos. Die Winter sind extrem lang, trocken und bitterkalt mit Temperaturen, die in der Hauptstadt Ulaanbaatar regelmäßig unter -30 °C fallen (womit sie als die kälteste Hauptstadt der Welt gilt). Der Sommer hingegen ist kurz, intensiv und bringt den Großteil des spärlichen Jahresniederschlags. Das Jahr teilt sich im Wesentlichen in drei reisetaugliche Phasen:

  • Das Frühjahr (März bis Mai): Eine extrem unberechenbare Übergangszeit. Der Schnee schmilzt, doch heftige, eisige Winde aus Sibirien wirbeln im ganzen Land gewaltige Staub- und Sandstürme auf.
  • Der Sommer (Juni bis August): Die absolute Hochsaison. Die Steppe erblüht in sattem Grün, die Tagestemperaturen bewegen sich zwischen angenehmen 20 und 25 °C, während es in der Wüste Gobi auch über 35 °C heiß werden kann. Die Nächte bleiben jedoch selbst im Hochsommer empfindlich kühl.
  • Der Herbst (September und Oktober): Ein kurzes, wunderschönes Zeitfenster. Die Lärchenwälder verfärben sich golden und der Wind flaut ab. Ab Ende September drohen jedoch bereits die ersten heftigen Wintereinbrüche mit Frost und Schneefall.

Klima in Ulaanbaatar

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Tagestemperatur -16 -11 -3 7 15 20 22 20 15 6 -6 -14
Nachttemperatur -25 -23 -14 -5 3 9 12 10 3 -5 -16 -23
Sonnenstunden/Tag 6 7 9 9 10 9 8 8 8 7 6 5
Regentage 1 1 1 2 3 6 9 7 5 2 2 1

Beste Reisezeit

Rundreisen, Steppen-Abenteuer & Kultur (Zentralmongolei & Naadam-Fest)

Das Leben mit Nomadenfamilien in traditionellen Jurten (Ger), Reiterausflüge durch die endlosen Steppen und das Erleben der „drei männlichen Spiele“ (Ringen, Bogenschießen, Pferderennen).

Beste Reisezeit: Juli. Der Juli bietet die wärmsten Temperaturen und die grünste Landschaft. Zudem findet exakt vom 11. bis 13. Juli das nationale Naadam-Fest statt. Das ganze Land befindet sich dann in Festtagsstimmung, und du kannst die jahrhundertealten Nomaden-Wettkämpfe in ihrer authentischsten Form miterleben.

Wüsten-Expeditionen & Paläontologie (Wüste Gobi)

Das Erkunden der singenden Sanddünen von Khongoryn Els, das Durchwandern der eisigen Yolyn Am Schlucht und der Besuch der Flaming Cliffs, wo die weltweit ersten Dinosauriereier entdeckt wurden.

Beste Reisezeit: Juni sowie September. Der Hochsommer (Juli/August) kann in der Gobi mit über 38 °C drückend heiß werden. Im Juni hingegen ist es warm, aber erträglich. Der September bietet die stabilste Wetterlage mit glasklarem Himmel und fantastischem Fotolicht über den roten Klippen, bevor im Oktober die Frostnächte einsetzen.

Bester Reiseführer für die Mongolei

Obwohl die Mongolei nicht zu den Reisezielen des Massentourismus zählt, gibt es für dieses wunderschöne und interessante Land mehr Reiseführer Sie denken. Uns gefällt DuMont Reiseführer Mongolei am besten. Das Buch ist zum einen sehr aktuell und umfangreich und die Informationen sind hervorragend aufbereitet. Neben der guten Karte bekommen Sie praktische Tipps rund um Steppen, Geburge, Kultur und die Wüste Gobi. Etwas älter ist der Guide Reise Know-How Mongolei, auch er liefert ein umfassendes und hilfreiches Bild dieses Landes. Der mit dem ITB Buch Award 2015 ausgezeichnete Reiseführer ist in jedem Fall eine gute Wahl. In englischer Sprache steht mit dem Lonely Planet ein umfassendes Nachschlagewerk parat, das besonders für Individualreisende nützlich ist.

Sehenswürdigkeiten

Das Orchon-Tal (Zentralmongolei)

Dieses UNESCO-Weltkulturerbe gilt als die Wiege der nomadischen Kultur Zentralasiens. Hier schlängelt sich der Orchon-Fluss durch weite Weidelandschaften, vorbei an historischen Klöstern wie Erdene Dsuu und spektakulären Wasserfällen, umgeben von grasenden Yak- und Pferdeherden.

Beste Reisezeit & Timing: Juli (Nachmittag). Im Juli erstrahlt das Tal nach den Frühsommerregen in intensivem Grün. Timing-Tipp: Besuche das geschichtsträchtige Kloster Erdene Dsuu gegen 15:00 Uhr. Wenn das warme Nachmittagslicht auf die weißen Tempelmauern und die 108 Stupas der Umfassungsmauer fällt, ist die spirituelle Stimmung magisch. Zudem kannst du am späten Nachmittag die Nomaden dabei beobachten, wie sie ihre riesigen Pferdeherden zum Fluss treiben.

Die Sanddünen von Khongoryn Els (Wüste Gobi)

Die „singenden Dünen“ gehören zu den spektakulärsten Sandformationen der Erde. Sie erstrecken sich über 180 Kilometer Länge und ragen bis zu 300 Meter hoch aus der kargen Wüstenebene empor. Bei Wind erzeugen die Sandmassen ein tiefes, brummendes Geräusch.

Beste Reisezeit & Timing: September (Sonnenuntergang). Der September bietet angenehme Tagestemperaturen um die 22 °C in der Wüste. Timing-Tipp: Beginne den schweißtreibenden Aufstieg auf den Dünenkamm gegen 17:30 Uhr. Wenn die Sonne flach steht, wirft der Windg縱el messerscharfe, tiefschwarze Schatten in die goldgelben Sandwellen, was die monumentale Dimension der Dünen perfekt sichtbar macht.

Der Chöwsgöl-See (Der blaue Perle)

Der riesige Süßwassersee im Norden nahe der sibirischen Grenze ist der kleine Bruder des Baikalsees. Er ist umgeben von dichten Lärchenwäldern, schneebedeckten Bergen und beherbergt das Volk der Tsaatan (Rentierzüchter).

Beste Reisezeit: August. Im August hat sich das tiefblaue Wasser des Bergsees minimal erwärmt (obwohl es mit rund 12 °C immer noch eisig bleibt). Die Nächte sind klar, es gibt deutlich weniger Stechmücken als im Juli, und das Wetter ist ideal für Kajaktouren, Wanderungen entlang des unberührten Ufers oder Reitausflüge in die Taiga.

Insider-Warnung vor dem "Zud-Winter" & dem Logistik-Kollaps

Die Mongolei ist ein raues Abenteuerland – die Natur setzt hier die Regeln, und logistische Fehler können gefährlich werden.

  • Das brutale Nadelöhr der Saisonsperre: Wer außerhalb des Fensters von Juni bis August reist, stößt auf massive Barrikaden. Abseits der Hauptstadt gibt es kaum feste Hotels; man übernachtet in touristischen Jurtencamps. Diese Camps öffnen strikt erst ab Mitte Juni und schließen spätestens in der ersten Septemberwoche komplett ihre Pforten. Wer im Mai oder Oktober reist, findet in der Steppe keinerlei feste Infrastruktur vor und ist zwingend auf Winter-Expeditionsausrüstung und Zelte angewiesen.
  • Die tückischen Staubstürme des Frühjahrs: Unterschätze niemals die Monate April und Mai. Die extremen Temperaturgegensätze zwischen dem auftauenden Sibirien und der sich erwärmenden Gobi erzeugen orkanartige Stürme. Diese Staubstürme (Karaburan) verdunkeln den Himmel binnen Minuten komplett, senken die Sichtweite auf unter zwei Meter und legen den gesamten Inlandsflug- und Straßenverkehr lahm.
  • Tipp: Buche deine Reise für den Juli (Naadam-Zeit) mindestens 8–10 Monate im Voraus. Da das reisetaugliche Fenster der Mongolei extrem kurz ist, sind Allradfahrzeuge, Inlandsflüge und erfahrene Guides in diesem Monat restlos ausgebucht.

Fazit: Wann solltest du nach die Mongolei reisen?

Die Mongolei verzeiht keine Experimente beim Timing. Die absolute und kompromisslose Top-Reisezeit liegt zwischen Mitte Juni und Ende August. Wenn du das kulturelle Highlight des Naadam-Fests miterleben willst, ist der Juli deine erste Wahl. Möchtest du die extreme Hitze der Wüste Gobi meiden und die herbstliche Goldfärbung des Nordens erleben, bietet sich der September als fantastische, wenn auch kühlere Alternative für erfahrene Individualreisende an. Die langen Wintermonate von Oktober bis Mai sind aufgrund der arktischen Kälte und der geschlossenen Camps für klassische Rundreisen ungeeignet.

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