Jotunheimen Nationalpark
Stefan Rieger
Ratgeber

Jotunheimen-Nationalpark Tour und Tipps

Veröffentlicht am 28. Juni 2019

Die norwegische Region Jotunheimen bietet Wanderern spektakuläre Landschaften voller Weite, tiefer klarer Bergseen und steiler Berge. Wer die ganze Schönheit dieses Parks erleben will, sollte mindestens fünf Tage für eine Tour einplanen.

Die Bergregionen Norwegens sind eines dieser Ziele, die viele Besucher immer wieder hierher zukommen lassen. Sie warten auf mit wunderbarer Natur, die mit ihrer Stille und Einsamkeit einen ganz besonderen Flair versprühen und ein intensives Erlebnis garantieren.

Der Jotunheimen-Nationalpark gehört zu eben diesen Regionen in Europa und ist einer von fast 50 Nationalparks in Norwegen. Wenige Länder können eine solche Vielzahl bieten und vor allem scheint einer spektakulärer als der andere. In diesem Nationalpark gibt es nicht nur 40 Berge mit einer Höhe von über 2.000 Metern, sondern auch Gletscher, traumhafte Seen, Flüsse und Graslandschaften so weit das Auge reicht.

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Die Ruhe ist hier spürbar. Das glasklares Wasser des Leirvatnet-Sees mit dem Berg Kyrkja im Hintergrund laden in dieser Landschaft zum Träumen ein.

Im Osten des Parks liegt die Gjendesheimhütte. Sie ist der Startpunkt für viele Wanderer und auch für unsere Tour. Ganz gleich ob Kurztrip oder längere Tour, hier ist man in jedem Fall richtig um in diesen Nationalpark einzutauchen. Jotunheimen zählt mit etwa 50.000 Besuchern nicht nur zu einem der beliebtesten, sondern auch einem der ältesten und schönsten Nationalparks in Norwegen. Die Wege sind alle hervorragend ausgeschildert. Dazu kommen eine Vielzahl von Hütten und die unzähligen Möglichkeiten sein Zelt aufzuschlagen. Diese Eigenschaft sichert das Jedermannsrecht, das sogar i Gesetzt des Landes verankert ist. Dadurch macht es besonders viel Spaß sich sein Quartier auszusuchen an dem man den Abend hereinbrechen lässt und den Morgen genießen darf.

Entscheidet man sich wie wir für eine Fünf-Tages-Tour von der Gjendesheimhütte aus, passiert man auf der ersten Etappe den Besseggengrat entlang zum Russvatnet, er ist gleichzeitig auch der schönste See des Parks. Der See legt sich wie eine Sichel um die Bergkette mit Kollhøin, Besshøe und Bessheimrundhøe. Auf dem Rücken des Besseggengrats hat man einen spektakulären Blick mit je einem See links (Gjendesee) und rechts (Bessvatnet) des Weges. Der Anblick ist auch deshalb noch einmal besonders beeindruckend, weil zwischen Gjende und Bessvatnet ein Höhenunterschied von fast 300 Metern liegt. Es wirkt beinahe so als sei der kleine Bessnatvet ein Stausee oder Rückhaltebecken. Auf dieser Tagesetappe bietet sich übrigens auch gleich ein Abstecher zum zweithöchsten Berg Norwegens, dem Glittertind (2.464 m), an.

Zwischen den Hütten in Gjendesheim und Memurubu liegen gut 14 Kilometer. Von den 50.000 Besuchern die sich Jahr für Jahr für einen Besuch begeistern, nutzen viele die Fähre zwischen den Hütten. So kann man bequem eine Route wandern und sich mit der Fähre zurück bringen lassen. Ob man dabei in Memurubu oder Gjeseheim startet spielt keine Rolle.

Die Landschaft ist voller Moos, Farne recken sich in die Höhe und immer wieder säumen Birken den Weg. Alles erstrahlt in sanften warmen Grün- und Rottönen zwischen dem Grau der Berge und den dunklen blauen Seen.

Beste Reisezeit

Die ideale Jahreszeit für eine Tour im Jotunheimen-Nationalpark liegt zwischen Mitte Juni und Anfang Oktober. Zu dieser Zeit des Jahres sind die Temperaturen am angenehmsten. Zwar ist man im Juli und August selten alleine unterwegs – zumindest im Abschnitt des Besseggengrats – aber trotzdem kann man die wunderbare Landschaft voll und ganz genießen. Ist man in diesen Monaten unterwegs, sollte man zumindest versuchen die Wochenenden zu meiden, da dann immer noch etwas mehr los ist als unter der Woche. Besonders schön ist die Landschaft im Herbst, wenn sich die Blätter der Bäume und Sträucher bunt färben und die Mückenpopulation abnimmt. Die Touristen werden ebenfalls weniger und so fällt es noch leichter sich in der Weite des Landes zu verlieren.

Packliste

Die gesamte Tour ist nicht allzu anstrengend, lediglich der Aufstieg auf den Besseggengrat erfordert etwas bessere Kondition als die weiteren Abschnitte der Route. Einmal oben angekommen ist der Rest der Tour recht leicht zu wandern. Trotzdem sollte man leichtes Gepäck wählen. Ein Leichtzelt mit dünner Isomatte und Schlafsack sowie ein kleiner Gaskocher reichen aus. Auf dem Besseggengrat kann es durchaus kälter werden, auch im Sommer. Dann sind Handschuhe, Mütze und Isolierjacke zu empfehlen. Für diesen Teil sollte man außerdem gut eingetragene Wanderstiefel haben um keine Blasen zu riskieren. Sonnenbrille und Erste-Hilfe-Set sollten ebenfalls nicht fehlen.

Anreise

Die bequemste Anreise ist die mit dem Flugzeug über die Flughäfen in Oslo oder Trontheim. Der Nor-Way-Expressbus bringt einen schnell und bequem innerhalb weniger Stunden nach Gjendesheim. Die Anreise per Mietwagen ist nur bedingt empfehlenswert, da am Startpunkt in Gjendesheim hohe Parkplatzgebühren auf einen warten.

Fähre zwischen Gjendesheim und Memurubu

Die Preise für die Fähre sind fair. Mit 160 Norwegischen Kronen (ca. 16 €) für Erwachsene und 80 NOK (ca. 8 €) kommt man schnell von einer zur anderen Hütte. Die Fähre fährt bis zu acht Mal täglich. Will man den Besseggengrat nur mit leichtem Tagesgepäck wandern, kann man sich seinen Rucksack für ebenfalls faire 6 € nach Memurubu bringen lassen und dann von dort aus seine Route fortsetzen.

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