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Mystische Nebelwelten und endlose Einsamkeit

Beste Reisezeit und Klima für Färöer

Die Färöer-Inseln faszinieren als raues Archipel mitten im Nordatlantik mit ihren steil abfallenden Klippen, tiefen Fjorden und einer spektakulären Vogelwelt. Da das maritime Klima extrem wechselhaft ist und das Wetter oft alle vier Jahreszeiten innerhalb einer Stunde präsentiert, liefert dir unser kompakter Ratgeber die beste Reisezeit für dein Island-Hopping und deine Wanderungen auf einen Blick.

23.05.2026 07:03 Uhr 8 Min.
Schöner Wasserfall bei Gasadalur auf den Färöer-Inseln

Planst du ein unvergessliches Naturabenteuer auf den einsamen Inseln im Nordatlantik? Die Färöer-Inseln faszinieren mit einer dramatischen, mystischen Schönheit, die ihresgleichen sucht: Spektakuläre Steilklippen, die hunderte Meter senkrecht in den peitschenden Ozean ragen, tiefgrüne Täler voller Schafe, tosende Wasserfälle wie der berühmte Múlafossur und die charmante, mit Grassoden gedeckte Hauptstadt Tórshavn. Weil die 18 Vulkaninseln mitten im Golfstrom liegen, ist das Wetter extrem wechselhaft, maritim und unberechenbar. In diesem Ratgeber erfährst du alles über die beste Reisezeit für die Färöer, das raue Atlantikklima und wann du die besten Chancen auf freie Sicht und die berühmten Papageitaucher hast.

Auf einen Blick: Die universell beste Reisezeit für die Färöer-Inseln liegt in den Sommermonaten von Juni bis August. In dieser kurzen Phase erlebst du die mildesten Temperaturen, die statistisch wenigsten Regentage und unfassbar lange Tage mit fast 20 Stunden Tageslicht.

Klima in Tórshavn

Die Färöer-Inseln werden vollständig von einem subpolaren Seeklima geprägt, das massiv vom warmen Nordatlantikstrom beeinflusst wird. Das sorgt für verblüffend milde, fast frostfreie Winter, aber eben auch für sehr kühle, frische Sommer.

Das markanteste Merkmal des färingischen Wetters ist das Phänomen „Four seasons in one day“: Wolken, strahlender Sonnenschein, dichter Seenebel und heftige Regenschauer wechseln sich oft innerhalb weniger Minuten ab.

  • Der Sommer (Juni bis August): Die wärmste und stabilste Zeit des Jahres. Die Temperaturen bewegen sich um die 11 bis 13 °C – Werte über 20 °C sind eine absolute Seltenheit. Die Tage sind endlos lang, und die Natur erstrahlt in einem fast unwirklich satten Grün.
  • Der Winter (November bis März): Überraschend mild, aber extrem ungemütlich. Durch den Golfstrom sinken die Temperaturen selbst im Januar nachts selten unter den Gefrierpunkt. Dafür ist der Winter geprägt von epischen Stürmen, dichtem Dauergrau und langanhaltenden Regenfällen. Die Tage sind dann extrem kurz.

Egal zu welcher Jahreszeit du reist: Wind- und wasserdichte Funktionskleidung sowie feste Wanderschuhe gehören auf den Färöer-Inseln ausnahmslos jeden Tag ins Tagesgepäck.

Januar Februar März April Mai Juni Juli August September Oktober November Dezember
Tagestemperatur 5 6 6 7 9 11 13 13 11 9 7 6
Nachttemperatur 1 2 2 3 5 7 8 9 7 5 3 2
Sonnenstunden/Tag 1 1 2 4 4 4 4 3 3 2 1 0
Wassertemperatur 6 5 6 6 8 9 10 11 10 9 8 6
Regentage 22 17 21 16 13 12 13 13 18 22 21 22

Beste Reisezeit

Wanderurlaub & Landschaftsfotografie (Kallur Lighthouse & Sørvágsvatn)

Das Erkunden der unberührten Wanderpfade entlang der Klippen und zu den schwebenden Seen erfordert stabile Sichtverhältnisse, da Nebel in den Bergen schnell gefährlich werden kann.

Beste Reisezeit: Juni und Juli. Bei den statistisch wenigsten Regentagen des Jahres und fast 20 Stunden Tageslicht hast du maximale Flexibilität für deine Wanderungen. Wenn morgens dichter Nebel herrscht, wartest du einfach ab – im Juni wird es nachts nie richtig dunkel, sodass du auch um 22 Uhr noch eine sichere Tour starten kannst.

Insider-Warnung vor dem August: Obwohl der August kalendarisch zum Sommer gehört, steigt in diesem Monat das Risiko für plötzlichen, extrem dichten Seenebel (Mjørki) rasant an. Dieser kann tagelang über den Fjorden hängen bleiben, die Hubschrauber- und Fährverbindungen lahmlegen und jede spektakuläre Aussicht komplett schlucken.

Vogelbeobachtung (Papageitaucher auf Mykines)

Die Färöer sind ein weltberühmtes Paradies für Ornithologen. Das absolute Highlight ist die westlichste Insel Mykines, auf der zehntausende Puffin-Pärchen ihre Bruthöhlen bauen.

Beste Reisezeit: Mitte Juni bis Mitte August. Nur in diesem engen Sommerfenster sind die niedlichen Papageitaucher an Land, um ihre Jungen aufzuziehen. Vor Juni und ab Ende August befinden sich die Vögel draußen auf dem offenen Atlantik. Zudem wird die Insel Mykines im Sommer verlässlich von Booten angefahren, während die Tour im Rest des Jahres wegen zu hohem Wellengang oft wochenlang ausfällt.

Sehenswürdigkeiten passend zur Reisezeit entdecken

Das malerische Dorf Gásadalur (Múlafossur Wasserfall)

Der ikonische Wasserfall, der direkt aus den grünen Klippen einer winzigen Dorfoase in den wilden Atlantik stürzt, ist das wohl bekannteste Fotomotiv der Inseln.

Beste Reisezeit: Juni. Im Frühsommer führen die Bäche durch das schmelzende Winterwasser und die frischen Regenfälle reichlich Wasser, sodass der Wasserfall besonders kraftvoll wirkt. Zudem blühen im Juni die ersten Wildblumen in den Tälern rund um das abgelegene Dorf, was einen perfekten Kontrast zum rauen Meer bildet.

Die Insel Kalsoy (Kallur Leuchtturm)

Die schmale, langgestreckte „Blockflöten-Insel“ ist bekannt für ihre spektakuläre Gratwanderung zum einsamen Kallur-Leuchtturm, der direkt an einer senkrechten Klippenkante thront.

Beste Reisezeit: Mai oder September (Die Nebensaison-Geheimtipps). Wer den extremen Touristenströmen im Hochsommer entgehen will (die kleine Inselfähre bietet nur Platz für wenige Autos), nutzt die klaren Übergangsmonate. Im Mai ist die Luft oft erstaunlich rein und windstill, während der September mit dramatischen Wolkenformationen und einem grandiosen, herbstlich-goldenen Licht für Fotografen auftrumpft.

Fazit: Wann solltest du auf die Färöer reisen?

Die Färöer-Inseln sind kein klassisches Sonnenziel, sondern ein Paradies für Outdoor-Enthusiasten, die raues Wetter lieben. Die unangefochten beste Reisezeit ist von Juni bis August. Nur in diesem kurzen Sommerfenster erwacht das Inselreich vollends zum Leben, die Papageitaucher besiedeln die Klippen und die endlosen Tage geben dir maximale Sicherheit für epische Roadtrips und Wanderungen. Wer die Inseln einsam erleben möchte und das launische Wetter nicht scheut, findet im Mai und September fantastische, dramatische Fotobedingungen – die langen Wintermonate sollten wegen Sturmgefahr und Dunkelheit jedoch gemieden werden.

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