Test
Tetra IN 400 plus
Bei den Innenfiltern hat Tetra in der IN-Reihe fünf Modelle zur Wahl. Wir haben uns den Tetra IN 400, der für kleine Becken von 30 bis 60 Litern ausgelegt ist, genauer angeschaut und klären im Praxistest seine Stärken und Schwächen.
Auf einen Blick
Unser Urteil
Detaillierte Auswertung
- Filterleistung & biologische Kapazität
- Handhabung, Wartung & Reinigung
- Laufruhe & Vibrationsarmut
- Sicherheit (für Bewohner) & Konstruktion
- Energieeffizienz & Betriebskosten
- Einfache Reinigung
- Günstiger Preis
- Sehr leise
- Kompakte Bauweise
- Kaum biologische Filterung
Der Tetra IN 400 Plus gehört zu den bekanntesten Klassikern unter den Innenfiltern für kleinere Aquarien. Konzipiert für Becken von 30 bis 60 Liter Inhalt, verspricht der Hersteller ein kompaktes Design, hohe Reinigungskraft und besonders komfortable Wartung. Wie sich das Gerät in den fünf wichtigsten Kerndisziplinen schlägt und wo die Tücken im Detail liegen, zeigt dieser umfassende Testbericht.
Filterleistung & Biologische Kapazität
In puncto mechanischer Filterung arbeitet der IN 400 Plus auf einem sehr hohen Niveau. Mit einer maximalen Durchflussmenge von 400 Litern pro Stunde wälzt die verbaute Magnetturbine das Wasser in einem 60-Liter-Becken rechnerisch fast siebenmal pro Stunde um. Trübungen, Schwebeteilchen und lose Pflanzenreste werden durch die Ansaugschlitze zügig eingezogen. Das Wasser wird innerhalb kürzester Zeit kristallklar.
Biologisches Volumen (Eingeschränkt)
Die Achillesferse des Filters ist – bauartbedingt – sein biologisches Manövriervolumen. Die Filtereinheit besteht aus zwei kompakten Schaumstoffpatronen. Da Schaumstoff im Vergleich zu hochporösen Sinterglas-Medien (wie Keramikringen) eine deutlich geringere spezifische Oberfläche aufweist, ist die maximale Siedlungsfläche für schadstoffabbauende Filterbakterien begrenzt.
Fazit zur Leistung: Für ein klassisches Gesellschaftsbecken mit moderatem Fischbesatz reicht die biologische Kapazität völlig aus. Bei einem stark besetzten Becken stößt der Filter biologisch jedoch schneller an seine Grenzen, weshalb er hier eine mittlere Wertung erhält.
Handhabung, Wartung & Reinigung
Das absolute Highlight des Tetra IN 400 Plus ist seine durchdachte Konstruktion bei den Pflegeintervallen. Wer andere Innenfilter kennt, weiß, dass beim Herausnehmen des Filters oft die Hälfte des eingesaugten Schmutzes zurück ins Aquarium schwimmt. Tetra hat dieses Problem clever gelöst.
Das "In-Aquarium"-Wartungssystem
Der Filter ist modular aufgebaut. Die eigentliche Halterung inklusive des Motorkopfs und des Stromkabels bleibt fest mit den Saugnäpfen an der Aquarienscheibe haften. Zur Reinigung wird lediglich die Filterkassette nach vorne abgezogen. Da das Gehäuse unten geschlossen ist, bleibt der Dreck in der Kassette und gelangt nicht zurück ins Becken.
Geteilte Filtermedien
Die Filterkammer ist zweigeteilt und enthält zwei separate Schwämme. Das erlaubt eine versetzte Reinigung:
- Woche 1: Nur der untere Schwamm wird in entnommenem Aquarienwasser leicht ausgedrückt.
- Woche 3: Der obere Schwamm wird gereinigt.
Dadurch bleibt in der jeweils anderen Hälfte immer eine voll aktive Bakterienkolonie erhalten, was den gefürchteten Nitritpeak nach einer Filterreinigung effektiv verhindert.
Laufruhe & Vibrationsarmut
Der reine Motorbetrieb des Filters läuft angenehm ruhig. Wenn das Gerät korrekt ausgerichtet ist und keine Kabel die Abdeckung berühren, ist die Vibrationsübertragung minimal. Die vier Haftsauger verharren stabil an der Scheibe und dämpfen das System gut ab. Der Filter ist in diesem Zustand absolut wohnzimmertauglich.
Luftbetrieb via Venturi-Düse
Punktabzug gibt es für das integrierte Venturi-System. Dreht man das oben liegende Ventil auf, um über die Strömung zusätzlichen Sauerstoff ins Becken zu jagen, entsteht ein permanentes, deutlich hörbares Gurgeln und Schlurfen.
Praxistipp: Wer den Filter im Schlafzimmer betreiben möchte, sollte die Luftzufuhr komplett zudrehen und stattdessen die Strömungsdüse leicht gegen die Wasseroberfläche richten, um den Sauerstoffaustausch geräuschlos über die Oberflächenbewegung zu realisieren.
Sicherheit für Aquarienbewohner & Konstruktion
Die verwendeten Kunststoffe wirken robust, das Design ist unaufdringlich und fügt sich gut in die Ecken des Aquariums ein. Auch nach mehrfachem Zerlegen leiern die Klick-Mechanismen nicht aus. Die Austrittsdüse lässt sich geschmeidig um 180 Grad drehen, um die Strömungsrichtung individuell anzupassen.
Tier-Sicherheit (Gefahrenquelle für Winzlinge)
Hier müssen Halter von Zwerggarnelen (z.B. Neocaridina) oder Züchter aufpassen. Die Ansaugschlitze am Gehäuseboden und an den Seiten sind relativ breit dimensioniert. Während ausgewachsene Fische und größere Garnelen absolut sicher sind, werden frisch geschlüpfte Jungfische oder Garnelenbabys gnadenlos in das Gehäuse gesaugt. Da sich dahinter direkt der Filterschwamm befindet, sterben sie dort zwar oft nicht sofort, sitzen aber in der Falle.
Energieeffizienz & Betriebskosten
Mit einer Leistungsaufnahme von 7 Watt liegt der Filter im stabilen Mittelfeld. Im Dauerbetrieb (24 Stunden, 365 Tage) verbraucht der Filter ca. 61 kWh pro Jahr. Das schlägt bei den aktuellen Strompreisen nicht dramatisch zu Buche.
Da das Grunddesign des Filters jedoch schon etwas älter ist, muss man erwähnen, dass moderne Eco-Innenfilter auf dem Markt eine Durchflussmenge von 400 l/h teilweise schon mit 3 bis 5 Watt realisieren. Der Tetra ist verlässlich, aber kein moderner Energiespar-Champion. Ein großer Pluspunkt ist wiederum die exzellente Ersatzteilversorgung: Neue Schwämme (Tetra BF) oder Ersatz-Impeller sind in fast jedem Zoogeschäft und Baumarkt problemlos und günstig zu bekommen.
Fazit
Der Tetra IN 400 plus ist ein grundsolider, extrem wartungsfreundlicher Innenfilter für Einsteiger. Seine absolute Stärke ist das saubere Kassetten-System, das die regelmäßige Reinigung zum Kinderspiel macht. Er eignet sich perfekt für klassische Fischaquarien (Guppys, Neons, kleine Salmler) bis 60 Liter.
Wer ein hochsensibles Garnelen-Zuchtbecken einrichten möchte oder einen flüsterleisen Filter inklusive massiver Sauerstoffeinspeisung sucht, muss sich nach Alternativen umsehen oder den Filter händisch (z.B. mit einem feinen Netz über den Schlitzen) modifizieren. Mit einer Gesamtnote von 1,83 (bzw. 6,6 von 10 Punkten) bietet er ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis für den normalen Aquarienalltag.
Bewertung
Filterleistung & Strömung |
gut (1,8) |
|---|---|
| Mechanische Reinigung | |
| Biologisches Manövriervolumen | |
| Strömungs- & Sauerstoffoptionen | |
| Standzeit (Wartungsintervall) | |
Handhabung & Reinigung |
sehr gut (1,3) |
| Entnahme-Komfort (Schmutzrückfluss) | |
| Reinigung der Medien | |
| Befestigungssystem | |
Lautstärke & Laufruhe |
befriedigend (2,7) |
| Betriebsgeräusch (Pumpe) | |
| Vibrationsübertragung | |
| Luftbetrieb (Resonanz) | |
Konstruktion & Sicherheit |
gut (2,3) |
| Garnelen- & Jungfischsicherheit | |
| Verarbeitungsqualität | |
| Optik & Kompaktheit | |
Energie & Verschleißteile |
sehr gut (1,5) |
| Realer Stromverbrauch | |
| Verfügbarkeit von Verschleißteilen | |
Lieferumfang |
sehr gut (1,5) |
| Startbereitschaft (Medien) | |
| Zubehör (Aufsätze/Düsen) | |
Bewertung |
gut (1,8) |